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Lexika medizinischer Fachbegriffe
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Epidemiologie
Was gibt es also zu tun
Primärprävention
Sekundärprävention und komplementäre Tumortherapie
Sekundäre Pflanzenstoffe
Mikronährstoffe


Epidemiologie

In Deutschland erkranken pro Jahr 330 000 Menschen neu an Krebs.
Die Krebsentstehung ist ein multifaktorielles Geschehen:
• Erbfaktoren
• Übergewicht, Ernährung
• Nikotin (gefährlichstes Umweltgift), Chemikalien
• Alkohol
• Alter
sind die entscheidenden Auslöser.

Krebserkrankungen werden zu 30-70% durch falsche Ernährung, zu 30% durch Nikotin und zu 3% durch Alkohol ausgelöst.

Insbesondere Übergewicht und der Konsum von zu viel fettem, rotem Fleisch bei insgesamt ballaststoffarmer Nahrung stellen ein hohes Risiko insbesondere für die Entstehung von Prostata- und Dickdarmkrebs dar.

Während das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken in Nordamerika und Europa sehr groß ist, spielt dieser Tumor in China und Japan eine geringe Rolle. Aus epidemiologischen Studien weiß man, dass diese Unterschiede auf Grund unterschiedlicher Nahrungsgewohnheiten erklärt werden können.

Die Beobachtung in die USA ausgewanderter Chinesen und Japaner zeigte,  dass sich das Prostatakarzinomrisiko dem der US-Amerikaner anpasste, sofern sich diese Männer auch den Essgewohnheiten in den USA angepasst hatten. Das Risiko am Prostatakrebs zu erkranken vervielfachte sich. Ernährten sich die Männer in ihrer traditionellen Art und Weise weiter, blieb das Erkrankungsrisiko gering.

Einen Nahrungsunterschied erkannte man im Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen (Phytoöstrogene) der ansonsten fett- und fleischarmen südostasiatischen Kost. Sie sind insbesondere in Sojabohnen zu finden und haben ein hohes antioxidatives Potential.


Was gilt es also zu tun

wir unterscheiden dabei Empfehlungen für die Primärprävention, d.h. das vorbeugende Handeln und die Empfehlungen zur Sekundärprävention und Begleitung einer Tumortherapie, d.h. die komplementäre Behandlung während der akuten Phase sowie in der Rekonvaleszenz.


Primärprävention

Eine gesunde Lebensführung kann das Karzinomrisiko um ca. 50% senken.
Hierzu sind insbesondere eine sportliche Ausdauerbetätigung sowie die gesunde Ernährung zu nennen.  Regelmäßige körperliche Betätigung (mindestens drei- bis viermal pro Woche für mindestens 30-45 Minuten) hat nicht nur den bekannten positiven Einfluss auf die Fettverbrennung und das Immunsystem, sie lässt Männer seltener an Prostatakrebs erkranken.

Hinsichtlich der Ernährung in der Primärprävention ist Folgendes zu beachten:
• halten Sie das Normalgewicht ein, nehmen Sie ggf. ab
• wenig rotes Fleisch (max. 80 g tgl.)
• mehr pflanzliche Öle, dafür weniger Fett
• tgl. 5x frisches Obst/Gemüse (400-800 g)
• stärke- und ballaststoffreiche Lebensmittel
• wenig Zucker, max. 6g Kochsalz tgl.

Eine gesunde Ernährung unter Verzicht auf Nikotin, weitgehend eingeschränkter Alkoholkonsum (Männer max. 1 Glas Wein oder 2 Gläser Bier pro Tag, Frauen jeweils max. die Hälfte davon) und ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen können das Karzinomrisiko um 50% senken.


Sekundärprävention und komplementäre Tumortherapie

In der Krebsentstehung spielen „freie Radikale“ eine entscheidende Rolle, da sie  Eiweißkörper und Erbsubstanz schädigen.
Zunehmendes Alter, Übergewicht, Nikotin, Alkohol, Chemikalien (Medikamente), Infektionen und Luftverschmutzung führen zur Bildung freier Radikale. Eine einzige Zelle der DNA ist täglich 10 000 Angriffen durch freie Radikale ausgesetzt.

Bei Krebspatienten erhöht sich die Zahl freier Radikale Krankheits-  aber auch Therapie bedingt  drastisch. Sowohl Operation, Bestrahlungen und Chemotherapie sind dafür neben generellem körperlichen- und psychischem Stress verantwortlich.

Neben einer vollwertigen Ernährung, die reich an sekundären Pflanzenstoffen ist, sollten im Sinne der orthomolekularen Medizin auch Mikronährstoffe zum Einsatz kommen.  Durch ihr antioxidatives Potential sind diese Stoffe in der Lage, den Schaden durch Angriffe freier Radikale zu neutralisieren.


Sekundäre Pflanzenstoffe

Das wichtigste Carotinoid ist das Lycopin, das insbesondere in Tomaten vorkommt. Im Gegensatz zu vielen anderen sekundären Pflanzenstoffen, die im Wesentlichen in der asiatischen Kost vorkommen und wie Soja von Europäern kaum in den erforderlichen Mengen gegessen werden können, gehören sie zu unserer heimischen Nahrung und sollten von Männern reichlich konsumiert werden. Der Körper kann Lycopin besonders gut aufnehmen, wenn die Tomaten zuvor erwärmt wurden, also auch wenn es sich um Tomatenmark oder Tomatensaft handelt.

Eine ebenfalls starke antioxidative Wirkung besitzen Flavonoide wie Catechin und Quercetin, die unter Anderem in grünem Tee und Weintrauben (Rotwein) vorkommen.  

Phytoöstrogene (Isoflavone, Lignane) sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrem Aufbau dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnlich sind. Ihre hormonelle Wirkung entspricht allerdings nur einem Bruchteil der Östrogenwirkung. Trotzdem üben sie, wie oben beschrieben, einen schützenden Einfluss hinsichtlich des Prostatakrebs´ und des Brustkrebs´ der Frau aus.  Phytoöstrogene sind besonders in Sojabohnen und Tofu aber auch  Hülsenfrüchten, Leinsamen, Rotklee, Gemüse und Obst zu finden.


Mikronährstoffe

Carotinoiden, Vitamin C und E sowie Selen kommt hier die größte Bedeutung hinsichtlich der komplementären (ergänzenden-) Therapie des Prostatakarzinoms zu.
Insbesondere Raucher mit einem niedrigen Selenspiegel profitieren deutlich von einer Selensubstitution.

Für die begleitende Selentherapie während Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung gibt es mittlerweile eindeutige Therapieempfehlungen und der Gewinn hinsichtlich der Verträglichkeit für den Patienten ist überzeugend.

Weithin von Bedeutung in der Krebsbehandlung sind:
Coenzym Q10, Folsäure, die B-Vitamine, Zink, L-Carnitin, N-Acetylcystein, Alpha-Liponsäure, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und K, Calcium, Magnesium, Mangan, Molybdän, Jod, Chrom, Kupfer und ggf. Eisen.

Ziel der komplementären Medizin ist es die Lebensqualität des Menschen zu verbessern.
Sie stabilisiert das Immunsystem des Krebspatienten, sie verringert Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie, sie erhöht die Wirksamkeit der Tumormedikation, in Verbindung mit der Ernährungstherapie wirkt sie der Kachexie (Magersucht) entgegen und sie kann Schmerzen lindern.